Nebeneinander miteinander!

Die ersten Tage in Portugal haben wir für uns verbracht, wir waren auf verschiedenen Campingplätzen und Stellplätzen, haben die Ruhe und Sonne genossen und uns langsam zum Atlantik bewegt…

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Immer häufiger haben wir deutsche Familien getroffen, manchmal nur im Vorbeifahren und doch spürten wir – mit und ohne Gespräch – die gleichen Beweggründe und ähnliche Gedanken. Es erleichtert und macht Mut, das Gefühl nicht alleine zu sein mit allem was wir uns für unser Leben, unsere Kinder und die Erde als Ganzes wünschen.

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Nun sind wir bald schon zwei Wochen zu Besuch bei einer netten Freilerner-Familie. Es ist ein schönes Plätzchen Erde mit Permakulturgarten, Spielplatz, Weitblick und viel Freiraum, eingebettet in ein kleines Dorf. Es ist eine ganz neue Erfahrung. Wir sind eingeladen zum Sein, ohne Ansprüche und Erwartungen. Wir begegnen uns, unterhalten uns, essen zusammen und getrennt, gehen ein Stück, bringen was mit und bekommen Dinge mitgebracht, wir teilen und helfen, ohne Muss und ohne Zwang – wir leben nebeneinander miteinander und so lässt es sich gerade sehr gut leben. Dazu jeden Tag Sonne und blauem Himmel, wobei es schon frisch wird, wenn die Sonne untergeht. Das Leben so ist einfach, aber der Tag ist voller Sinn für das Lebenswerte. Wir lernen so viel gerade, jeder für sich und alle zusammen, nebeneinander miteinander.

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Ich lerne Elias ganz neu kennen und ich denke er sich auch. Mir ist klar geworden wievielt Zeit mich seine drei Jahre Schule gekostet haben, wieviel mir entgangen ist oder wie wenig Einsicht ich unterm Strich in seinen Schulalltag hatte – der ging mit Fahrt immerhin bis zu 10 Stunden. Ich würde von mir behaupten eine aufmerksame Mutter zu sein, ich beobachte ihn, weiß um seine Wehwehchen, Versuche mich immer wieder in ihn zu versetzen um zu verstehen was in ihm vorgeht und was er fühlt, um ihn unterstützen zu können. Und manchmal war ich auch genervt, zu müde oder hatte den Kopf zu voll. Jetzt sind wir jeden Tag zusammen und schlafen Nachts nah beieinander. Es gibt Dinge, die mir vorher nicht aufgefallen sind an ihm, Dinge die sich anfangen zu verändern und immer wieder überrascht er mich, manchmal mit unscheinbaren Dingen – nur ein Wort. An manchen Tagen tut er sich schwer, dann vergräbt er seinen Kopf gerne im Tablet ( welches vor allem zur Kommunikation mit seinem Vater und seinen Großeltern gedacht war) und schaut nach Eisenbahnzeug. An immer mehr Tagen hat er gute Ideen, probiert aus, baut etwas für seine Schwester oder ist einfach ergriffen von einer Sache.

Ich erinnere mich an seine scheinbar unbegrenzte Phantasie als Kindergarten-Kind, die kommt nun immer mehr zurück. Das freut mich sehr, ich denke es schlummert so einiges in ihm. Ich habe in den letzten Tagen auch immer wieder gedacht, dass es ihm sehr gut tut sich selbst kennenzulernen, alleine für sich, ohne einen Vergleich, jemand der sowieso besser ist (dann brauche ich es gar nicht versuchen!) oder das kann ich am allerbesten (Nase hoch!). Hier kann er ganz frei sich selbst erfahren, in seinem Tempo, ohne Druck, aber mit einem inneren Interesse. Was mich nun wirklich erstaunt, er sucht sich immer häufiger Dinge die ihm (noch) nicht so liegen, aber für die er sich trotzdem interessiert oder die jemanden eine Freude machen. Es ist wirklich schön bei all dem dabei zu sein!

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